Hahnemanns Hinterlassenschaft, das 'Organon der Heilkunst', ist weltweit unter Medizinern bekannt.
Schön zu lesen ist es nicht, es strotzt vor Paragraphen und erhobenen Zeigefingern und seine Sprache hat den Charme eines Gesetzestextes. Gerade weil es aber so um reine Fakten bemüht ist, enthält es Gedankengänge die so klar sind, dass sie wenigestens dem, der sich zur Heilkunde berufen fühlt, die Tränen in die Augen treiben können.
So z.B.: (Zitat Anfang)
§ 1: Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt.
§ 63 Jede auf den Organismus einwirkende Arznei erregt eine gewisse
Befindensveränderung im Menschen auf längere oder kürzere Zeit.
Man nennt diese: Erstwirkung.
Dieser Einwirkung bestrebt sich unsere Lebenskraft ihre Energie entgegen zu setzen. Diese Gegenwirkung (Nachwirkung) gehört unserer Lebens-Erhaltungs-Kraft an und ist eine automatische Reaktion.
§ 65 Beispiele:
-Ein in das kälteste Wasser lange getauchter Arm ist zwar anfänglich weit blässer und kälter (Erstwirkung) als der andere, aber abgetrocknet wird er nachgehends nicht nur wärmer als der andere sondern sogar heiß und rot (Gegenwirkung).
-Auf starken Kaffee erfolgt Übermunterkeit (Erstwirkung) aber hintennach bleibt lange Trägheit und Schläfrigkeit zurück (Gegenwirkung) wenn diese nicht immer wieder durch neues Kaffeetrinken hinweggenommen wird.“
Über die Verfahrensweise der Allopathen (:
§ 57 Gegen ein einzelnes beschwerliches Symptom wird eine Arznei gegeben, die genau das Gegenteil hervorbringt, so dass es schnell zu einer Verbesserung kommt, weil z.B. das Opiat (Schmerzmittel) die Beschwerde betäubt.
Auf diese Weise wird nur einseitig, sprich für ein einzelnes Symptom gesorgt, wodurch keine Heilung der gesamten Krankheit zu erwarten ist. Im Gegenteil: nach der kurzen palliativen (lindernden) Erleichterung tritt eine Verschlimmerung der Beschwerden ein, was die Schulmedizin dann auf verschiedenste Dinge schiebt.
Auf die zu erwartende Verschlimmerung geben sie dann eine größere Gabe des Mittels, welches wieder nur kurz hilft, bis nach immer höherer Steigerung des Palliativs entweder ein anderes, größeres Übel oder gar Unheilbarkeit, Lebensgefahr und Tod erfolgt– NIE aber HEILUNG !
Über die Verfahrensweise der Homöopathen schreibt er:
§ 66 Der gesamte Patient einschließlich seiner Krankheitssymptome, seelischer
Verfassung, Vorlieben, Angewohnheiten, sozialem Umfeld, Ernährung u.v.m. wird
aufgenommen, niedergeschrieben und in ausführlichem Maße so studiert, dass man unter Verwendung von Fachliteratur bzw. Erfahrungen, auf eine Arznei kommt, die diesem Symptomenkomplex nahezu gleich kommt.
§ 68 Diese etwas stärkere Kunstkrankheit ist in der Lage, die sehr ähnliche natürliche Krankheit zu überstimmen und aus dem Organismus zu verdrängen. Aufgrund der ungemein kleinen Arzneigaben tritt die Gegenwirkung in so winzigem Maße auf, dass der Organismus keine Anstrengung benötigt und auch keine gegenteilige Symptomatik in der Nachwirkung auftritt.
§ 67 „Schulmedizin bietet in lebensbedrohlichen Zuständen wie z.B. nach Ertrinken, nach lebensbedrohlichen Verbrennungen/Erfrierungen und im Bereich der Chirurgie ( Beinbrüche, Blinddarmdurchbrüchen usw.) eine notwendige Unterstützung für den Organismus, da hierbei die Lebensenergie zu geschwächt ist und die Selbstheilungskräfte nicht ausreichen.
(Zitat Ende)
Ein Beispiel zum letzten Paragraphen: Totes Gewebe bleibt totes Gewebe und da bei dessen Abbau Toxine (Giftstoffe) entstehen, muss dieses chirurgisch entfernt werden.
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